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Meine Vorbereitung auf den nächsten Marathon

Ist das noch laufen?

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Ich habe jetzt mal diverse Trainingseinstellungen für mich online angelegt und auf die Uhr übertragen … langsamer Dauerlauf, lockerer Dauerlauf, schneller, Renntempo zehn Kilometer, Halbmarathon … ein Kinderspiel. Zumindest das Einrichten. Das Laufen ist dann doch leider eher nervig.
Man kann ja kaum eine Laufzeitschrift aufschlagen, ohne dass einem ein Marathon-Trainingsplan angeboten wird. Diverse Bücher zum Thema habe ich auch im Regal stehen. Mit der geballten Kompetenz muss sich doch was machen lassen. Da gibt’s zum Beispiel in jeder Veröffentlichung Empfehlungen für den langsamen Dauerlauf, in welchem Herzfrequenzbereich man den laufen soll, etc. Das ist ratzfatz mit meinen Werten ausgerechnet und eingegeben. 119 bis 123 Herzschläge pro Minute dürfen es sein. Nach den 15 Kilometern vom Vortag ist das doch zur Regeneration genau das Richtige.
Hüpf, hüpf, los, los … pieps, pieps, vibrier, vibrier — kaum zwei Schritte vor die Haustür gemacht, schon ist der Puls auf 129, ein bisschen getrabt und es geht rauf auf 132. Und wieder piepst und vibriert es am Handgelenk. Ganz super. Also Tempo etwas drosseln. 118, 117 … pieps, vibrier … ich darf einen Schritt zulegen. Vibrier, vibrier — das war dann doch zu viel. So langsam kann man doch gar nicht laufen. Piep, piep. Mit dem Fahrrad würde man bei der Pace umkippen. Mehr als zügiges Gehen ist kaum drin. Da könnte ich eigentlich auch gleich mit den Nordic-Walking-Omas durchs Dorf stöckeln. Was für eine Vorstellung. Die ständigen Warnmeldungen vermiesen einem den Spaß und laufen ist das für meinen Geschmack auch nicht.
Und woran liegt das nun? Verschiedene Antworten sind denkbar, ich weiß es nicht. Meine Kondition könnte so schlecht sein, dass es eben nicht für einen leichten Trab in dem Herzfrequenzbereich reicht. Möglich. Denkbar ist aber auch, dass die Faustformel „220 minus Lebensalter“ bei mir eben nicht für die Berechnung der maximalen Herzfrequenz taugt und damit dann auch die daraus abgeleiteten Werte falsch sind. Halte ich ehrlich gesagt für eher unwahrscheinlich. Als Drittes könnte man sagen: „Das kommt alles nur von deinem ganzen Technikgedöns, lass das doch zu Hause und hör einfach mehr auf deinen Körper.“ Das sagt sich so. Im konkreten Fall wäre ich zu schnell gelaufen. Ob das negative Auswirkungen gehabt hätte, kann ich nicht sagen. Vermutlich nicht ernsthaft. Aber ich befürchte, dass viele Läufer dann doch dazu neigen, sich zu überfordern und damit unter Umständen Schaden anrichten. Wie auch immer: frohe Weihnachten.

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