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Meine Vorbereitung auf den nächsten Marathon

Kühler Kopf

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Scheiße, ist das kalt draußen. Erst friert mir das Wasser in den Schläuchen, dann friert das iPhone sang- und klanglos ein, aber ich bin tapfer weiter gelaufen. Chuck Norris bekommt bestimmt Angst vor mir.
… naja, vermutlich nicht, der wäre wahrscheinlich sogar mit nacktem Oberkörper gelaufen. Ich habe stattdessen auf die bewährte Zwiebeltaktik gesetzt: Langärmeliges Lauf-Unterhemd, drüber das langärmelige Laufshirt, Jacke und noch die Warnweste drüber. Untenrum reicht die lange Hose. Ganz weit hinten im Schrank habe ich noch so ein Schlauchtuch gefunden, das zur Hälfte aus Plüsch besteht. Das Ding wird so über den Kopf gestülpt, dass nur noch das Gesicht raus guckt. Mein Frau meinte, ich sähe aus wie ein Taucher. Und los geht’s
Für die langen Strecken habe ich mir Ende Oktober beim Händler meines Vertrauens einen Gürtel von „Run & Move“ mit zwei Trinkflaschen gekauft. Der roch nach Plastik. Na ja, dachte ich, noch brauchst du ihn nicht, das dünstet noch weg. Pustekuchen, die Flaschen riechen immer noch und noch viel schlimmer: Das Wasser schmeckt ebenfalls nach Plastik. Da werde ich mit Händler noch mal reden müssen. Zumindest die Flaschen kommen nicht mehr zum Einsatz.
Da liegen ja aber noch die zwei Schläuche, die beim Color-Run verschenkt wurden, in der Schublade. Die wiegen leer fast nix, als0 warum die nicht an einen Gürtel haken? Mit irgendwelchen Gummiösen an meinen Laufgürteln geht es nicht — schwabbelt viel zu stark. Also habe ich die Schläuche kurzerhand unter den Gürtel geklemmt. Eine Scheißidee, mache ich nicht wieder, denn das hält nicht.
Obendrein ist mir das Wasser gefroren. Am zweiten Schlauch löste sich zwischendurch der Verschluss, da schwappte mir das Wasser über die Klamotten und fror außen fest. So groß kann der Wärmeverlust da also nicht gewesen sein, ich bin besser isoliert als manches Dach.
In einem meiner schlauen Bücher habe ich gelesen, dass der Sinn eines Longjogg die Aktivierung der Fettverbrennung ist. Der Körper muss lernen, rechtzeitig auf seine Reserven zurück zu greifen, um den Marathon gut zu überstehen. Deshalb soll man im Training ausschließlich Wasser trinken. In der Januar-Ausgabe der Runner’s World steht bei den Marathon-Tipps allerdings, man soll im Training schon mal seine Wettkampfverpflegung wie Gels oder Riegel testen. Nicht, dass man die im Ernstfall nicht verträgt. Diesem Widerspruch muss ich bei Gelegenheit mal auf den Grund gehen. Eigentlich scheint es mir logisch, im Training keine Energie zuzuführen. Ich habe meine ersten Gels beim Silvesterlauf in Lägerdorf getestet.
Als wäre das mit dem gefrorenen Wasser nicht schon „schlimm“ genug, hat sich bei Kilometer Zwölf auch noch das iPhone verabschiedet. Ich vermute, dem war auch zu kalt (zu Hause zeigte es jedenfalls wieder 39 Prozent Ladung an). Grundsätzlich bestätigt es mich, auf das Telefon zukünftig zu verzichten. Die Akkukapazität reicht ohnehin nicht für vier Stunden mit Runtastic. Meine Garmin Forerunner 620 hat die Tour trotz minus 12 Grad gut überstanden, sieht man mal von einem kleinen GPS-Schlenker in Hochfeld ab. Wegen der Probleme mit dem Erholungsratgeber, trozu der 20 Kilometer mal wieder keine Anzeige, hat mir Garmin mitgeteilt, dass die Techniker in Amerika den Fehler lokalisiert haben. Es handelt sich um ein Softwareproblem, das in Kürze mit dem Update auf Betriebssystems-Version 2.40 behoben werden soll.

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