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Meine Vorbereitung auf den nächsten Marathon

Was wollen wir trinken … ?

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„Die Dehydrierung ist er schlimmste Feind des Läufers. Denkt an die Elektrolyte!“ Was dem Karl Schmidt Recht ist, ist mir natürlich teuer: Wenn ich auf die lange Strecke gehe, schnalle ich meinen Gürtel um und gönne mir ein Schlückchen. Trinkgürtel
Es ist bislang nicht so, dass ich unterwegs Durst bekomme. Aber wenn man erst mal Durst hat, soll es auch schon zu spät sein, also trinke ich gewissermaßen vorbeugend. Wasser natürlich. Pro Liter Flüssigkeitsverlust schlägt das Herz nämlich acht Schläge schneller. Das führt zu erhöhten Laktatwerten, der Läufer ist eher im anaeroben Bereich. Bei einem Marathon verliert man schon mal so seine zwei bis drei Liter. Das muss ausgeglichen oder besser gesagt aufgefüllt werden (schreibt Hubert Beck in seinem großen Marathonbuch). Dafür habe ich beim Händler meines Vertrauens einen „Flask Belt Performer“ von Run&Move gekauft. Ein elastischer Gürtel mit zwei Halterungen für Flaschen mit je 275 ml Fassungsvermögen und einer kleinen Tasche (inklusive Reißverschlussfach) hinten. Vorne sind drei Gummiösen, an denen man Gel-Päckchen oder ähnliches befestigen kann. Vielleicht auch eine Startnummer, aber auf keinen Fall was schwereres … mir ist eine Öse schon aus der Naht geflutscht — warum auch immer.IMG_1234
Die Flaschen hatten einen seltsamen Geruch. „Naja, die sind neu, lass sie mal ausdünsten“, dachte ich mir anfangs. Aber der Geruch ging nicht weg. Schlimmer noch, das Wasser hat im Laufe eines Laufs sogar den Geschmack angenommen, schmeckte muffig. Ganz ehrlich, da hat man kein gutes Gefühl. Das sind bestimmt irgendwelche Chemikalien, die vom Plastik ins Wasser übergehen. Also bin ich wieder zum Händler. „Hast du die Flaschen mal ausgespült?“ … da möchte man am liebsten antworten: „Hältst du mich für bescheuert?“ Das ist natürlich das erste, was ich mache! Als nächstes kam die Aussage, das sei normal, es gebe keine Flaschen ohne Weichmacher, das sei aber ungefährlich. Ah, ja.
Was soll ich sagen? Wenn man mal im Internet stöbert, gibt es wohl keinen Gürtel, bei dem nicht ein Rezensent beklagt, dass die Flaschen einen chemischen Geruch verströmen — teuer oder billig, Marke oder No-Name-Produkt, völlig egal. Ich habe da so meine Zweifel, ob das wirklich alles ungefährlich ist und deshalb Perfacts kontaktiert, die vertreiben Run & Move. Innerhalb kürzester Zeit bekam ich eine Rückmeldung von Einkaufsleiter Markus Fisser: „Die Flaschen sondern ganz bestimmt keine giftigen Substanzen ab. Wir lassen unsere Flaschen regelmäßig von unabhängigen Instituten prüfen. Das machen wir aus eignem Antrieb sowie auch aufgrund von Auflagen unserer ‚Großkunden‘.“ Da es sich um Lebensmittel handele, seien die Auflagen besonders streng, die Flaschen kämen aber immer ohne Beanstandungen durch die Tests. Ein Restgeruch könne produktionsbedingt bleiben. Hm, ein Beweis ist das natürlich auch nicht, das kann ich glauben oder bleiben lassen. Aber immerhin eine klare, eindeutige und für mich nachvollziehbare Aussage.
Markus Fisser hatte noch einen Tipp auf Lager: Die Flaschen ein Mal in der Spülmaschine waschen lassen, anschließend sei der Geruch weg. Wäre ich jetzt nicht drauf gekommen. Aber was soll ich sagen? Es hat funktioniert.
Der Gürtel wird vorne über einen breiten Bereich aus Klettband geschlossen. Das lässt viel Spielraum für unterschiedliche Bauchumfänge. Bei mir kneift, drückt oder scheuert nichts. Der Gürtel sitzt gut. Einen Haken hat er allerdings: Der Verschluss für die Tasche verklettet sich gerne mal mit dem Netzstoff neben dem Klett … das wird vermutlich nicht lange gut gehen.
IMG_1237Neulich hatte ich auf einen Widerspruch hingewiesen. Hubert Beck schreibt in „Das große Buch vom Marathon“: „Während des langen Laufs darf keine Energie zugeführt werden, da sonst der Fettstoffwechsel unterbrochen wird.“ Die Runner’s World empfiehlt aber in der Januar-Ausgabe, während der Trainingsläufe Gels oder Riegel zu testen. Ich habe dort nachgehakt. Chefredakteur Martin Grüning antwortet: „Selbst wenn man durch einen Lauf in nüchternem Zustand einen während der Belastung etwas höheren Anteil an Fettverbrennung provoziert, bleibt es fraglich, ob man damit auch tatsächlich eine zusätzliche Trainingsanpassung des Fettstoffwechsels hervorruft — zeigen wissenschaftliche Untersuchungen. Nicht nüchtern zu laufen, also ausreichend mit Kohlenhydraten versorgt zu sein, führt dagegen bei einer längeren Dauerlaufbelastung zu einer geringeren hormonellen und immunologischen Stressreaktion, was die Trainingsverträglichkeit günstig beeinflusst, spürbar durch die Realisierung höherer Lauftempi bei gleichem Energieverbrauch. Deshalb sollte man vor und nach, eventuell auch während eines langen Trainingslaufs auf eine Zufuhr von Kohlenhydraten keinesfalls verzichten. Dies tun die afrikanischen Eliteathleten übrigens auch nicht.“ Nun bin ich zwar ein nüchterner Denker, aber kein nüchterner Läufer, natürlich esse ich vorher was. Aber ich glaube, ich werde unterwegs weiter bei Wasser bleiben.
Ach ja, laufen war ich natürlich auch noch.

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