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Meine Vorbereitung auf den nächsten Marathon

Mr. Scott, Energie!

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Oha, nur noch zwei Wochen bis zum Haspa-Marathon-Hamburg. Die letzte Woche ist der Regeneration vorbehalten — versprochen Körper. Es bleibt also nur noch eine echte Trainings-Woche. Schluck. Frei nach Rilke könnte man sagen: „Wer jetzt nicht fit ist, wird es nicht mehr“.
Es ist ja nicht so, dass ich mich nicht freuen würde. Im Gegenteil, die Vorfreude wächst deutlich. Und so langsam rücken die sportlichen Überlegungen in den Hintergrund und logistische Fragen drängen nach vorne: Wie komme ich da überhaupt hin? Was nehme ich an Klamotten mit? Ich kann ja schlecht in den durchgeschwitzten Sachen zurück fahren … aber mit Duschzeug passt das doch niemals in so einen Kleiderbeutel … Also, da besteht noch Klärungsbedarf.
Meine Familie scheint das alles irgendwie überhaupt nicht zu interessieren. Mal abgesehen von einem hämischen: „Hat Papa etwa schlapp gemacht?“, meiner Tochter, als ich mich neulich von meiner Frau in freier Wildbahn habe einsammeln lassen müssen. Es pfiff einfach ein arschkalter Gegenwind und ich war ohne Jacke los … Ne, musste nicht sein. Aber im Freundes- und Bekanntenkreis registriere ich verstärktes Interesse. Kollege Lutz Wendler, der den Hamburg Marathon schon mehrfach gelaufen ist, scheint die Strecke verinnerlicht zu haben. Der konnte mir quasi straßengenau aus dem Gedächtnis erzählen, wo was los ist, wo es schwierig wird und wo man von den Zuschauern gepusht wird. Dummerweise mangelt es mir an Ortskenntnis, als dass ich mir davon ein Bild machen könnte. Ich lass mich da mal überraschen. 700.000 Menschen werden an der Strecke erwarte. Das muss gigantisch werden. Von Lutz kam auch der Tipp: „Kleb’ dir die Brustwarzen mit Pflaster ab.“ Gehört hatte ich das ja schon mal, aber ganz ehrlich, da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen. Der Händler meines Vertrauens rät, gewisse Körperpartien großflächig mit Vaseline einzureiben — Oberschenkelinnenseiten, Füße, Achsel-Brustbereich. „Aber bei mir scheuert nichts.“ „Bist du sicher? Wenn es nach 30 Kilometern doch anfängt zu scheuern, können die letzten zwölf Kilometer verdammt hart werden.“ Wo er Recht hat, hat er Recht. Weiß der Teufel wie es sich anfühlen wird, als Vaselinetorpedo durch Hamburg zu rennen, aber schaden wird es ja wohl nix und duschen muss ich nachher ohnehin … Von ihm kam auch der Tipp, am Strartmorgen so viel Toastbrot mit Marmelade zu essen wie geht. Das sei genau die Energie, die der Körper später brauche. Toastbrot hätte ich jetzt nicht mit Energie in Verbindung gebracht, aber gut … Marmelade, Fruchtzucker — das leuchtet ein. „Nur eine Tasse Kaffee!“ Wegen der entwässernden Wirkung. Okay.

Mein Vorrat an flüssigem Energienachschub von Dextro Energy

Mein Vorrat an flüssigem Energienachschub von Dextro Energy.

Besagter Fachhändler führt diverse Energienahrung: Pülverchen zum Selberanmischen eines Getränks, Riegel, Flüssigkeiten, Kapseln für vor, während und nach dem Lauf … Was ist Humbug, was bringt wirklich was und wo fängt Doping eigentlich an? Wenn selbst Laufprofis wie Dieter Baumann sich mit Ihrer Zahnpasta vergiften oder jetzt grade kürzlich eine Biathletin mit Nahrungsergänzungsmitteln, wie soll man da als Laie den Durchblick behalten. Ich muss gestehen, ich habe keinen blassen Schimmer.
Um einen Marathon überstehen zu können, wird Energie benötigt. Unser Körper verfügt über verschiedene Engergiespeicher.  Einer ist binnen weniger Sekunden leer. Okay, der hilft beim Marathon wohl eher weniger. Der Abbau von gespeicherten Kohlehydraten geht deutlich langsamer vonstatten, selbst mit Pasta-Party und Carboloading sind auch die Reserven nach einer Weile aufgebraucht. Dann ist da noch das Fett. Davon schleppen wir genug für diverse Marathons mit uns herum, allein, unser Körper geht da nicht so wirklich freiwillig und gerne ran. Das muss trainiert werden. Und vor allem: Fett verbrennt im Feuer der Kohlehydrate! Sind die aufgebraucht, helfen die Fettpölsterchen auch nix mehr. Also ist es doch logisch, dass zwischendurch Kohlehydrate nachgeschoben werden müssen.

An der Stelle kommt besagte Sportnahrung ins Spiel. Irgendwelche Riegel scheiden für mich während eines Rennens aus — in der Situation will ich doch nichts im Mund haben, was ich auch noch kauen muss, was vor sich hinkrümelt. So ein Riegel ist unterwegs vielleicht zerknautscht worden, kommet nur bröselig aus der Packung und wenn er einen Schokoüberzug hat, ist der womöglich geschmolzen. Finger weg, sage ich da nur.
Der Händler meines Vertrauens führt zwei Marken. Dextro Energy und noch eine andere, deren Namen ich vergessen habe. Für was man sich da entscheidet, ist vermutlich relativ egal. Da hilft nur ausprobieren, was einem schmeckt, was man unter Belastung verträgt. Ich habe mich aus einem ganz simplen Grund für das Gel von Dextro Energie entschieden: Das wird in kleinen Tüten mit Schraubverschluss geliefert. Die Dinger gehen sauber auf und wer so einen Beutel nicht ganz leer schluckt, kann ihn wieder verschließen. Ich seh mich schon unterwegs so ein anderes Tütchen aufreißen. Die Finger sind feucht und glitschen ab. Also mit den Zähnen ran und hoppala, da geht der erste Schwall schon ins Gesicht und klebt da die nächsten 20 Kilometer fest. Danke nein, muss nicht sein. Das Dextro Gel gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Cola empfinde ich als nur süß. Orange hat noch zusätzlich eine frische Geschmackskomponente, Zitrone will  ich noch probieren. Einen ordentlichen Schluck Wasser hinterher, dann verkleistert der Mund nicht. Keine negativen Nebenwirkungen, alles gut. Ich muss allerdings zugeben, einen popeyemäßigen Energieboost habe ich bei meinem langen Osterlauf nicht verspürt. Aber wer weiß, wie es ohne gelaufen wäre.

 

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