olbertz-rennt

Meine Vorbereitung auf den nächsten Marathon

Knieprobleme — und kein Arzttermin

| Keine Kommentare

Ich habe keine Ahnung, wie viele Kilometer ich in jüngster Zeit gelaufen bin. Glücklicherweise bin ich bislang von Verletzungen verschont geblieben. Erkrankungen, die mich vom Training abgehalten hätten, sind auch ausgeblieben. Da war vermutlich alles zu schön. So konnte es nicht weiter gehen. Gewissermaßen folgerichtig habe ich jetzt Knie.

Es ist einigermaßen komisch. Ich bin beschwerdefrei. Ich kann auch beschwerdefrei laufen. Aber nicht sonderlich weit. Ab etwa fünf Kilometern meldet sich dann das Knie. „Hallo ich bin’s. Mir geht’s nicht gut.“ Was soll ich denn da machen? Es ist nicht so schlimm, dass ich nicht laufen könnte. Und da es durch gehen nicht besser wird, kann ich ebensogut nach Hause laufen. Dann habe ich den Tag über Schmerzen im Knie und am nächsten Tag sind sie weg. Also laufe ich wieder wenn mir danach ist. Ich habe auch schon ein paar Tage Pause gemacht. Aber als ich dann wieder laufen war,  kamen erneut Signale aus dem Knie. Gestern Morgen auch wieder.

Um es kurz zu machen: Ich habe zum Telefonhörer gegriffen und mir einen Termin beim Orthopäden geholt. Eine Gemeinschaftspraxis in Bad Schwartau. Da war ich vor etlichen Jahren schon mal mit Kniebeschwerden. Die waren damals aber deutlich schlimmer. Ich konnte dem Doc grade noch erklären, dass es beim Autofahren (!) und Treppabgehen besonders schlimm ist. „Alles klar, ich weiß Bescheid“, sagt er, ruckelt mir am Kopf, knetet an meinen Beinen, pappt mir buntes Klebeband auf den Rücken und was soll ich sagen: Die vermaledeiten Schmerzen waren weg. Supergenial! Genau da wollte ich wieder hin.

Jetzt dürfen alle drei Mal raten, wann der Wunderheiler sich mein Gelenk ansehen wird. Na, kommt jemand drauf? Erster September. In Zahlen: 1.9. … Ich ergänze sicherheitshalber: 2014. Also dieses Jahr ist es dann doch noch.

Zweieinhalb Monate auf einen Arzttermin warten? Sind die da wirklich so gut, dass alle Welt da hinpilgert oder gibt es schlicht zu wenig Orthopäden? Wir sind doch nicht irgendeine unterentwickelte Gurkenrepublik. Das ist ja wohl eine Bankrotterklärung des Systems. Da wundert es mich nicht, dass wir in Deutschland 40 Millionen Fehltage allein wegen Rückenleiden haben. Ich habe nur gesagt: „Entweder ist mein Knie bis dahin völlig kaputt oder es hat sich von alleine erledigt.“ Darauf hat die Helferin nichts geantwortet. Aber sie ist da höchstwahrscheinlich die verkehrte Ansprechpartnerin und kann vermutlich nichts dafür. Wofür zahle ich eigentlich Krankenkassenbeiträge? Mich würde mal interessieren, wie schnell ein Privat-Patient einen Termin bekommt. Ich habe zur medizinischen Versorgung vor geraumer Zeit mal recherchiert. Für jede Facharztrichtung gibt einen Bevölkerungsschlüssel. Mein laienhafter Gedanke war: Das bedarf keiner Festlegung, das regelt der Markt alleine. Lasst jeden Mediziner überlegen, ob er sich in einer Region etwas ausrechnet, soll sich doch Qualität durchsetzen. Die Zahl der Erkrankungen wird dadurch doch nicht größer. Antwort aus berufener Quelle: „Um Gottes Willen nein! So geht das nicht. Wenn ein Arzt Sie erst mal untersucht, wird er auch was finden.“ Also wird quasi systematisch verhindert, dass mich der Facharzt untersuchen kann.

Angesichts dieser völlig unbefriedigenden Situation frage ich mich natürlich, ob es nicht eine Alternative gibt. Andere Praxis suchen? Ob vielleicht Tape helfen könnte? Globuli ja wohl eher nicht. Der Hausarzt? Oder doch einfach ignorieren und bis September weiterlaufen?

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.