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Meine Vorbereitung auf den nächsten Marathon

Laufen? Es geht auch anders

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Ich glaube, jetzt bin ich schon seit fast einer Woche nicht mehr gelaufen. Ja, ja, Urlaub halt – mit der Familie im Harz. Ich habe keine Laufklamotten dabei. Nix. Ich vermisse es nicht mal, nö. Um ehrlich zu sein, hätte ich vermutlich mindestens Ärger mit meiner Frau bekommen. Das muss nicht sein, denn es geht auch anders.

Gehen ist im wahrsten Sinne des Wortes das Zauberwort. Genauer gesagt: Wandern. Ja, das haben wir für uns als gemeinsamen Urlaubsspaß entdeckt, vergangenes Jahr schon. Der Harz ist dafür hervorragend geeignet, denn hier gibt es Wanderstrecken für jeden Geschmack: lang oder kurz, flach oder hügelig, einsam oder belebt.

Steinerne RenneTeile des Harzes sind Nationalpark. Das steht für urigste Natur, schroffe Felsen, rauschende Bäche, grandiose Aussichten, plätschernde Quellen, mittelalterliche Innenstädte und halt viel wilder Wald. Dazwischen gibt es Wege, die supergut ausgebaut sind, solche, wo eher rustikal dicke Findlinge liegen oder kleines, spitzes Geröll, da stapft man über Wurzeln und kraxelt durch sowas wie ein mehr oder weniger trockenes Bachbett. Wenn’s ganz dicke kommt, muss man sich seinen Weg durch Brennnesseln und dornige Himbeersträucher bahnen. Naja, um ehrlich zu sein: So mancher Ort macht schon den Eindruck, als sei in viele Häuser seit Jahrzehnten nicht mehr investiert worden, vergammelnder Leerstand. Wie sagte Bäcker Heiko neulich zu mir: „Da denken einige immer noch, WC und fließend warmes Wasser seien modern.“ Tja, so ganz Unrecht hat er leider nicht. Aber unsere Ferienwohnung war gut.

Der Harz bietet sehr unterschiedliche Strecken. Es gibt Wege, dort ist man stundenlang unterwegs und begegnet kaum anderen Wanderern. Aber es gibt eben auch Strecken und Orte, die erscheinen regelrecht überlaufen. In Thale beispielsweise parken so viele Autos auf dem Plateau, da könnten gar keine Hexen mehr tanzen. Auf die Rosstrappe werden Horden von Kegelvereinen mit dem Bus hochgekarrt. Die Ommas schwören, dass sie durch die Sohlen ihrer Pumps nicht einen Stein spüren. Andere Mädels kraxelten mit ihren Flipflops über das Geröll. Ich war jedenfalls froh, meine alten Wanderschuhe zu haben. Etwas klobig und nicht sonderlich hübsch, aber sie geben Halt und sind wasserdicht. Die Verpflegung im Rucksack dabei. So macht wandern auch in unwegsamem Gelände Spaß.

WandernadelWas uns auf unseren Touren regelrecht anspornt, ist die Harzer Wandernadel. Das ist „oldschool Geocaching“. An mehr als 220 markanten Punkten im Harz hängen massive grüne Kästen, in denen jeweils ein Stempelkissen und ein Stempel liegen (wenn nicht irgendwelche Deppen ihn kaputt gemacht haben. Kommt leider auch vor.). Dazu hat man ein kleines Heftchen, in dem die Stempel gesammelt werden. Bronze, Silber, Gold … Man kann da regelrecht Wanderkarriere machen und sich Nadel um Nadel erlaufen.

 Ich wäre natürlich nicht ich, wenn ich nicht auch technisch gut vorbereitet in so einen Wanderurlaub ginge. Neue Wanderführer bieten heutzutage oft auch zu den Touren gehörige gpx-Dateien zum Download an. Ich habe mir die App „Maps 3 D“ zugelegt. Mit der lassen sich die Dateien auf dem iPhone öffnen. Die dazu gehörigen Karten können kostenlos herunter geladen werden und sind dann auch offline verfügbar. So können die Touren nachgewandert werden oder dienen zumindest als Anhaltsstrecke. Die App zeichnet den Weg auf und ermittelt die Gesamtstrecke, die erklommenen Höhenmeter und die Geschwindigkeit. Bei Problemen mit der App hilft der Support sofort!

Dass wir uns trotzdem mal etwas verwandert haben, lag nicht an der Technik an sich, sondern am Wanderführer. „Bruckmanns Wanderführer Harz“ die 40 schönsten Touren von Chris Bergmann. Angeblich „alle vor Ort recherchiert“. Eigentlich sehr schön, wenn da nicht Weg drin angepriesen würden, die schon seit 2010 gesperrt sind (Schurre). An andere Stelle wird man auf „Wege“ geführt, wo beim besten Willen nichts erkennbar ist. Nicht mal im Ansatz. Aber ansonsten war es schön. Wir hatten noch einen zweiten Führer mit 110 Touren … auch nicht viel besser. Wir verbuchen das mal unter Abenteuer. Und nächstes Jahr wollen wir da wieder hin. Aber keine Sorge, bis dahin werde ich noch viel laufen.

 

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