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Meine Vorbereitung auf den nächsten Marathon

Schwimmen, aber bitte mit Herz

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Ich schiebe Frust. Dabei gibt es keinen Grund. Ich habe meine Achillessehnen-Probleme erfolgreich auskuriert. Es geht mir gesundheitlich gut. Ich habe einen Startplatz beim Berlin Marathon gewonnen. Eigentlich sollte ich hoch motiviert sein. Ich bin es aber nicht. Heute Morgen habe ich mich rumgedreht und einfach weiter geschlafen, statt laufen zu gehen. Dafür habe ich mich dann heute Abend mit einer Schwimmeinheit bestraft.

Wenn man ehrlich ist … ich bin kein Wunderläufer. Meine Technik ist vermutlich grottig, weshalb ich vermutlich auch nicht besser werde. Und schwimmen? Es ist noch schlimmer. Aber es soll ja gut für Sehnen und Gelenke sein. Das Training soll ja auch nicht zu eintönig sein, also gehe ich ab und an ins Schwimmbad und drehe da so meine Runden.Hilft ja nix. Beim Laufen ist es anders. Wenn ich mich erst mal in meine Klamotten gezwängt habe und auf der Straße stehe, dann ist es auch gut. Dann kommt der Spaß. Hinterher fühle ich mich frisch und fit. Alles gut. Aber schwimmen. Hinterher hat man schrumpelige Finger und stinkt nach Chlor. Ganz super.

Garmin macht es mir neuerdings etwas einfacher, ins Schwimmbad zu gehen. Es gibt zwei neue Brustgurte zu meiner Fenix 3 — HRM-Swim und HRM-Tri. Damit werden auch für Schwimmeinheiten die Herzdaten erfasst. Für einen Datenfutzi wie mich ist das grandios. Sowas finde ich einfach klasse, musste ich natürlich haben.

Grundsätzlich soll es auch mit herkömmlichen Brustgurten kein Problem sein, im Wasser die Herzfrequenz zu messen. Die Funktechnologie ist aber zu schwach, um die Daten vom Sender durch das Wasser zum Empfänger zu übertragen. Die Werte saufen gewissermaßen ab. Dieses Problem hat Garmin gelöst. Die Daten werden kurzerhand im Gurt zwischengespeichert — bis zu 20 Stunden. Nach der Trainingseinheit werden die Wert außerhalb des Wassers auf die Uhr übertragen und zusammengefügt. .Diese Daten lassen sich dann auf dem üblichen Weg mit dem Handy oder dem Computer synchronisieren und grafisch darstellen. Dabei scheint in der Uhr keine der genormten Trainingsdateien zu entstehen, denn beispielsweise das Portal runalyze ist nicht in der Lage, die Pulsdaten auszulesen. Schwimmwerte ja, Puls nein. Aber gut, dann habe ich die eben nur bei Garmin direkt. Während einer Pause außerhalb des Wassers wird der Puls direkt auf der Uhr angezeigt.

Bildschirmfoto 2016-01-06 um 23.53.51

Garmin_HRMSwim_02Der HRM-Swimm in hellblau ist dafür gemacht, auch ohne Neoprenanzug im Wasser getragen zu werden. Einfach so. Der Swimm ist anders als andere Gurte. Die Elektroden innen, außen die Mess- und Sendeeinheit, soweit wie gehabt, aber der Gurt selber ist breiter und zum Großteil innen gummiert. Das fühlt sich etwas klebrig an. Spontan hatte ich die Befürchtung, dass da sämtliche Krümel aus den Tiefen des Schwimmbeutels dran hängen bleiben werden. Dem ist aber nicht so. Die „Klebrigkeit“ ist vermutlich Absicht, damit die Sensoren dort bleiben, wo sie hingehören. Je nach Brustumfang werden an den „Hauptgurt“ unterschiedlich lange Verlängerungen angesteckt. Das alles ist absolut unelastisch, der Gurt gibt in der Länge nicht einen Millimeter nach. Das macht das Anlegen etwas fummelig, aber daran gewöhnt man sich.

 

Garmin_HRMTri_02Alternativ gibt es den HRM-Tri in schwarz. Der ist kleiner und leichter als der HRM-Run, angenehm zu tragen und, weil flexibel, einfach anzulegen. Unter Wasser kommt die gleiche Technik wie im Tri zum Einsatz. Außerhalb ist er  um  einen Beschleunigungssensor ergänzt. Damit können auch Laufeffizienzdaten wie Schrittfrequenz oder Bodenkontaktzeit wie gehabt erfasst werden. Garmin empfiehlt die Verwendung des Tri unter Triathlon-Kleidung. Ich hatte bislang auch ohne Anzug keinerlei Kontaktprobleme — weder beim Laufen, noch beim Schwimmen. Aber ich bin im Wasser halt kein Torpedo.

Fazit: Die Technik funktioniert tadellos. Ob man die braucht, muss jeder für sich selber entscheiden. Ich finde, der HRM-Tri ist ein guter „Zweitgurt“ mit nützlicher Zusatzfunktion. Dafür muss man allerdings auch etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Tri kostet 129,99 Euro (ein HRM-Run 99 Euro). Der Swim schlägt mit 99,99 zu Buche. Beide Gurte zusammen kosten im Bundle 199,99 Euro.

 

 

 

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